Von Totenstadt und Konservendosen

Zum Beispiel der Friedhof Cemitério dos Prazeres. Die sterblichen Überreste der meisten Lissabonner liegen oberirdisch, viele in steinernen Schubladen übereinander, sehr viele Familien in kleinen Häuschen, teils sogar mit Glöckchen und Steinbank, bedeutendere Bürger in Tempelchen bis hin zu Schlösschen. Je mächtiger desto prächtiger.

Die Totenstadt.

Die Türen mancher Häuschen sind verfallen oder stehen sogar auf, so dass man die Sargmoden vergangener Jahrhunderte betrachten kann.

In den Gebäuden sind Lüftungsschlitze. Vielleicht werden die Särge zunächst abgedichtet? Und später, wenn die Dichtung marode wird, entweichen Restgerüche durch Lüftung?

Wieder raus ins Leben. In der Sonne dösen Tauben auf der Ruine eines alten Kinos.

Fischkonservenrestaurant. Um die Ecke der Ladenraum dazu. Schön bunt bis nostalgisch verpackte Mitbringsel von der Reise. Wir essen die Fischpaste aber selber auf.

Dann zum Museum für Mode und Design, das in einer ehemaligen Bank untergebracht ist. Man darf auch in den Kellerraum runter und eine Ausstellung in den Tresoren besichtigen. Welche Dinge von Wert hier wohl mal untergebracht waren? Geheime Dokumente, persönliche Erinnerungen, Familienschmuck, Aktien – alles hatte hinter zwei bis drei Panzertüren sein eigenes kleines Fach.

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