Maus & Wein

Im Sessel neben der Heizung still aus dem Fenster ins Schneetreiben starren. Es rumpelt zwischen den Nüssen in der Küche. Ich spring auf und gucke um Ecke: ihr gebt hier nicht den Ton an. Es ist nix zu sehen, die Fallen leer. Aber ich könnte dann mal den Holunderwein abmaischen, jawohl.
Kräftiger roter Strahl aus dem Schlauch. Der kleine Ballon vom Herbst reicht für 8 Flaschen. Zum Schluss wische ich die Flaschen einzeln nochmal ab und beschrifte sie.
Abends trinken wir vom neuen Holunderwein beim Asphaltcowboy. Mir wird gerade ganz wohlig zumute, da zeigt Manfred vor sich und ruft: „Da… da… eine Maus zwischen den Wasserflaschen, läuft hier ganz gemütlich rum!“ Aus meiner Perspektive kann ich nichts sehen, wir springen auf, machen zwecks Vertreibung ein bisschen Lärm und gucken dann den Film weiter. „Mach mal Pause, ich höre was“ – Manfred geht in die Küche: „Da… die turnt am Rollo rum!“ Ich sehe sie auch, sie hangelt sich seitlich runter, kommt auf dem Fensterbrett an und huscht hinter den Küchenschrank.
Wir stellen drei Fallen mehr auf und gucken den Film weiter. Zweimal hören wir es nebenan klappen.
Die Überlebenden denken: schreckliche Feinde haben sich in unserem Reich eingenistet.


Schneemassen.

2 Gedanken zu „Maus & Wein

  1. Ich finde, ihr solltet die niedlichen Mäuse in Ruhe lassen. Ausserdem dachte ich, ihr hättet eine Katze?

  2. REPLY:
    Du schreibst gespalten. Entweder Mäuse in Ruhe lassen oder Katze einsetzen.
    Niedliche Mäuse nur mit Mäuseklo und kontrolliertem Nachwuchs.
    Katze lebt übrigens in der Stadt.

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